







Heute schreiben wir Euch von unserem Praktikum in einer indonesischen Oberschule, von dem wir gestern zurückgekommen sind.
Eine Freundin von uns vermittelte den Kontakt zu ihrer alten Deutschlehrerin. Die freute sich sehr, dass zwei deutsche Mädels ein Praktikum machen möchten und so machten wir uns am letzten Sonntag auf den Weg nach „Tasikmalaya“.
Bei Frau Etty (der Deutschlehrerin) fühlten wir uns direkt wohl. Sie war offen und gelassen, genau die richtige Mischung für uns. Am Montag klingelte allerdings schon um 5.30 Uhr der Wecker, damit wir passend um 7 zur ersten Schulstunde da waren. Eine etwas anstrengende Erfahrung, die wir auch in den nächsten Tagen versuchten zu meiden. Insgesamt unterrichteten wir 14 Schulstunden in der zehnten, elften und zwölften Klasse. Die Schüler waren zwischen 14 und 18 Jahre alt und alle sehr motiviert. Für manche war es das erste Mal, Muttersprachler zu hören und wir haben ein paar Schwierigkeiten in unserer Sprache entdeckt, die uns vorher nicht bewusst waren. Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten war für uns beide nicht ganz neu, aber trotzdem wieder eine schöne Erfahrung. Das Hauptthema war „die Zahlen“, was wir in allen 9 zehnten Klassen unterrichteten. Das Spiel „Bingo“ kam besonders gut an.
Auch die insgesamt 90 Lehrer der Schule hießen uns herzlich Willkommen, fragten uns aus über Deutschland und unsere Meinung zu Indonesien und fütterten uns mit allem indonesischen Essen, das es hier gibt. Die Schule lag etwas ländlich, inmitten vieler Reisfelder. Alles war einstöckig, die Klassen hatten die Größe für 40 Schüler und alle Wände hatten einen farblichen Touch erhalten. Auf den Gängen (unter freiem Himmel) zu den einzelnen Gebäuden waren verschiedene arabische Zeichen zu sehen und auch jeder Raum war unterschiedlich angestrichen, was das Klassenklima unserer Meinung nach viel angenehmer machte.
Spontan wurde am Freitag ein Ausflug unternommen. Zwei Klassen bekamen frei, um mit uns und Frau Etty zu einem traditionellen Dorf zu fahren. Anni fuhr mit 30 Schülerinnen im Bus. Sie durfte vorn neben dem Busfahrer auf dem typischen Lehrerplatz sitzen… ja ja, man wird älter. Kaum war das Schulgelände verlassen fielen die Uniformen und die meisten Kopftücher, stattdessen wurden die Jeans und das enge T-Shirt aus dem Rucksack gekramt und die Haare zurechtgelegt.
Nach dem Ausflug stiegen wir zwei wieder in den Zug nach Bandung.
Wir hatten eine wirklich schöne Woche in Tasikmalaya.
Die Gastfreundlichkeit von Etty und ihrer Nachbarschaft hat uns sehr beeindruckt. Alle waren um unser Wohl bemüht, nahmen uns zur Fahrradtour mit, luden uns zum Volleyball spielen ein und ließen uns gleichzeitig genug Zeit für uns.
Trotz den 500.000 Einwohnern fühlten wir uns in Tasikmalaya wie in einem Dorf, es war ruhiger auf den Straßen (Fahrradfahren ist in Bandung undenkbar), die Angkot-Fahrer waren viel gelassener und wir hatten viel Natur um uns herum.
Jetzt haben wir wieder genug Energie für die nächsten Wochen in Bandung!
Wir wünschen Euch allen einen schönen Adventsbeginn!
Bis bald, Eure
Ann- Christin und Katharina.
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